Zufällige Schlazeilen

03.09.2014

Deutsches Tierschutzbüro deckt tierquälerische Ständerhaltung von Kutschpferden in Berlin auf

Die Ständerhaltung von Pferden, also eine dauerhafte Fixierung mit einer Kette oder einem Strick, gilt als absolut tierschutzwidrig. Viele Bundesländer haben sie daher ausdrücklich verboten, nicht so Berlin. Nun hat das Deutsche Tierschutzbüro e.V. dokumentiert, dass Kutschpferde in Berlin in tierschutzwidriger Ständerhaltung gehalten werden. Der Verein hat Strafanzeige erstattet und fordert die Politik zum Handeln auf – es wurde der Senator angeschrieben. 

Unter natürlichen Bedingungen bewegen sich Pferde bist zu 16 Stunden täglich. Bewegungsmangel kann bei den Tieren zu Verhaltensstörungen und Schäden am Bewegungsapparat führen. Entsprechend heißt es in den vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz veröffentlichten “Leitlinien zur Beurteilung von Pferdehaltungen unter Tierschutzgesichtspunkten”: “In allen Pferdehaltungen ist daher täglich für ausreichende, den physiologischen Anforderungen entsprechende Bewegung der Pferde zu sorgen.” Und: “Die dauerhafte Anbindehaltung (Ständerhaltung) von Pferden ist tierschutzwidrig.“ 

Fast alle Bundesländer: Brandenburg, Baden-Württemberg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen, Rheinland-Pfalz und Bayern haben die Ständerhaltung von Pferden daher ausdrücklich nach Landesrecht verboten. Nicht so Berlin. Nun hat der Tierschutzverein Deutsches Tierschutzbüro e.V. aufgedeckt, dass in Berlin Kutschpferde in tierquälerischer Ständerhaltung gehalten werden. Der Verein hat Strafanzeige gegen den Pferdehalter erstattet und fordert von der Politik endlich zu handeln. 

Stefan Klippstein, Sprecher des Deutschen Tierschutzbüros e.V., erklärt: „Es ist an der Zeit, dass Berlin ein Zeichen für den Tierschutz setzt und die Anbindehaltung von Pferden endlich ausdrücklich verbietet, wie viele andere Bundesländer es bereits getan haben.“

Doch nicht nur die ausgedienten Kutschpferde leiden, sondern auch ihre Artgenossen, die vor dem Brandenburger Tor auf zahlende Kundschaft warten müssen. Erst vor wenigen Tagen wurde dort von Tierfreunden wieder bis auf die Knochen abgemagerte Pferde beobachtet. Auch in diesem Fall ist das Deutsche Tierschutzbüro aktiv geworden.

Klippstein fordert Pferdekutschen in Berlin endlich zu verbieten. „Überwachungen und Kontrollen helfen hier nicht“, so Klippstein, „Die Autoabgase und das Laufen auf hartem Zement machen die Tiere auf Dauer krank. Der Lärm des Verkehrs, genervt hupende Autofahrer bedeuten Stress für die Tiere. Pferde haben nichts inmitten des Berliner Straßenverkehrs zu suchen. Es ist an der Zeit, dass die Berliner Politiker ein Zeichen für den Tierschutz setzen und dieses Tierleid in unserer Innenstadt verbieten.“

tierschutzbuero.de

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